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Sonntag, 14. April 2013

Der Frühling kann kommen

So lange haben wir gewartet -in unserer Lieblingsgelateria draussen gemütlich Eis essen, endlich wieder Radfahren (bei schönem Wetter), auf der Wiese vor dem Haus sitzen und Picknicken, ... Aber je länger man auf etwas warten muss, umso grösser ist auch die Vorfreude. 

So hat es gestern am Morgen noch ausgesehen.

Trotzdem haben wir uns auf den Weg gemacht - bei uns war Velo-Putz-und-Flick-Tag. 



Tom und Yannis haben unsere Räder betriebsbereit gemacht oder eben auf den nun endlich kommenden Frühling vorbereitet und Luca und ich haben die Gegend erkundet. 

Die Räder wurden auf Hochglanz poliert und alles unter fachmännischer Aufsicht repariert. Dieser Velotag ist eine super Sache und gibt's in unserem kleinen Dorf jeden Frühling. Gleich hinter dem Platz, auf welchem die Räder standen, befindet sich das kleine Häuschen der Spielgruppe. Ein altes Waschhaus, fast wie ein kleines Hexenhäuschen. Die Spielgruppenleiterin hat sich auch gleich erkundigt ob Luca jetzt diesen Sommer zu ihr komme, sie möchte ihn gerne in ihrer Gruppe. Dabei habe ich ihn noch nicht mal angemeldet. Wow! Ich könnte jetzt noch Luftsprünge machen. Naja, das mag für die Einen jetzt etwas durchgeknallt klingen, aber mit Luca freut man sich eben an jedem noch so kleinen Schritt vorwärts etwa gefühlte 1000 x mehr. 

Der Tag hat so toll begonnen. Langsam lichteten sich sogar die grauen Wolken und machten Platz für ein paar blaue Lücken am Himmel. Yannis und ich entschieden uns, gleich unsere Fahrräder zu testen. Zu Hause verkündeten wir: "Wir machen nur eine kleine Runde, so in zehn Minuten sind wir wieder zurück".

Unterwegs ist uns in den Sinn gekommen, dass wir doch lieber die Route wählen, auf welcher wir noch einen kleinen Halt mit Eis essen einlegen können. Also Planänderung und den längeren Weg genommen. Aus den 10 Minuten wurde über eine Stunde. 
 


Ja, wir sind gut im spontanen Planändern, Yannis und ich. Halt gemacht haben wir dann tatsächlich bei unserer Lieblingsgelateria. Wir sassen draussen, blinzelten in die Sonne, sahen dem Kommen und Gehen auf der Strasse zu und assen genüsslich unser Eis - fast wie in Italien. 

Der Frühling kann kommen!

Donnerstag, 21. März 2013

Ein Tag zum Feiern! - Welt-Down-Syndrom-Tag

Heute ist der offizielle Welt-Down-Syndrom-Tag. Jedes Jahr am 21.3. Der 21.3. steht für 3 Kopien vom Chromosom 21, welches alle Menschen mit Down-Syndrom verbindet. An diesem Tag soll gefeiert werden. Ich hatte mir schon ein Thema für den heutigen Tag ausgedacht. Gestern kam dann alles anders. Ich sass an einem Tisch mit mehreren Erwachsenen und habe mich mit ihnen über Kinder mit Down-Syndrom ausgetauscht. Es war die Rede von schwierigen Kindern, störenden Kindern, mühsamen Kindern. Es war von behinderten Kindern, Regelkindern, integrierten Kindern die Rede. Sie seien so schwierig, dass man keine Lust hätte zwei von dieser Sorte bei sich zu Hause zum Spielen zu haben. Manche hätten sie sich halt lieber normal gewünscht. Sie hätten nur Blödsinn im Kopf... klein seien sie so süss aber wenn sie grösser werden, dann wird es nur noch schwierig. Am besten aufgehoben seien sie separiert in der Heilpädagogischen Schule. Bammmm!! Ich spürte wie meine Hände zitterten, mein Puls raste. Ich dachte an Luca und wurde ungaublich wütend und gleichzeitig traurig. 

Wer von euch hat Kinder (egal mit wievielen Chromosomen) und möchte, dass man so über euer Kind redet?

In erster Linie sind Luca und alle anderen Menschen mit Down-Syndrom einfach Menschen - nicht einfach behindert oder dumm oder zurückgeblieben oder nur störend und schwierig. Das verletzt die Betroffenen wie ihr Umfeld auch. Möchte ich Luca anders als er ist? Nein! Ich möchte ihn genauso wie ich ihn kenne. Sein Kichern, sein lautes Lachen, sein Geplapper wenn er versucht zu sprechen, die grossen Küsse die er verteilt, sein wütendes Gesicht wenn er etwas nicht mag, seine riesen Freude wenn er seinen grossen Bruder sieht, seine langsamere Art, welche mich wunderbar dazu zwingt in meinem rasenden Tempo inne zu halten - das alles macht Luca zu dem was er ist und wir lieben ihn genau so.  Wir wissen nicht, wie Luca's Leben verlaufen wird, wissen nicht auf was für eine Schule er kommt, was für Freunde er haben wird aber ich weiss, er wird seinen Weg machen und ich freue mich darauf, auch wenn vielleicht manchmal Steine vor uns liegen und die Steine grösser werden, der Atem nicht immer reicht um nochmals über den nächsten Stein zu steigen oder den langen Umweg zu nehmen - ich vertraue darauf, dass es gut wird.

So jetzt aber trotzdem noch zum schönen Teil. Wie letztes Jahr könnt ihr hier für eine guten Zweck etwas bestellen. Die Aktion vom letzten Jahr mit den Paperballs hat mir so Freude gemacht, dass es dieses Jahr wieder etwas gibt. Wunderschöne Papiergirlanden, bunt und mit 21x3(!!!) Papierkreisen für 21 Euro. Hier könnt ihr bestellen und erfahrt dann von mir auch gleich wie, wo und was und ihr könnt mir die gewünschten Farben angeben. 


Die Girlanden sehen wunderbar am Fenster aufgehängt aus (ich konnte leider kein geeignetes Foto einstellen), machen sich gut als Tischdeko oder als Mitbringsel und kleines Geschenk für einen lieben Menschen. 
 
Der gesamte Betrag wird an die Organisation "Down Syndrome International" gespendet. Das Geld wird dort eingesetzt für Informationsmaterial, Forschungsprojekte, Fördermassnahmen und vieles mehr. Hier erfahrt ihr mehr. 
Inzwischen scheint draussen auch schon wieder die Sonne und ich wünsche euch einen wunderschönen Welt-Down-Syndrom-Tag! 
Auf Luca und all die wunderbaren Menschen mit Down-Syndrom da draussen!!!

Happy World Down Syndrome Day!!! - Ein Tag zum Feiern!

look on the sunny side of things. 

 

Montag, 3. Dezember 2012

Inklusion

Heute ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Dies ist ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenk- und Aktionstag. Der Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten, daran erinnern, dass noch einiges Getan werden muss für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen. Ich könnte so vieles dazu schreiben. Nur schon meine Gedanken über den Begriff „behindert“ würden aber bestimmt den Umfang dieses Blogs sprengen. Was heisst "behindert" überhaupt? Glücklicherweise wird dieses Wort zunehmend durch genauere, individuellere Definitionen abgelöst. Ich komme grad so richtig in Fahrt und könnte schreiben und schreiben. Mein Herz hat so viel zu sagen zu diesem Thema aber mein Kopf hat gerade Stop gesagt. Ich wollte mich ja eigentlich kurz fassen. 

Ich habe mich für den heutigen Tag für einen klitzekleinen Ausschnitt aus einem riesen Thema entschieden: Inklusion. Das Prinzip der Inklusiven Pädagogik umfasst im Wesentlichen die Wertschätzung der Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Für den Bildungsbereich bedeutet dies, für alle Kinder einen uneingeschränkten Zugang zu allgemeinen Kindergärten und Schulen. Jeder gehört somit selbstverständlich dazu, alle können gegenseitig voneinander lernen. Es wird nicht mehr separiert, ausgesondert, sortiert und getrennt. Für Luca würde das heissen, er könnte selbstverständlich mit seinen Spielkameraden, Nachbarskinder und Freunden gemeinsam zur Schule gehen. Zum Thema Inklusion habe ich schon oft diese Grafik gesehen. 

Wunderbar und eindrücklich dargestellt. Wir hier in der Schweiz reden von Integration. Noch viel zu wenig und noch nicht überall. Von der Inklusion sind wir meiner Meinung nach noch weit entfernt.

Hier (click) gibt es mehr zum Internationale Tag der Menschen mit Behinderung und hier (click) zur UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Übrigens, bisher haben 147 Staaten diese UNO-Konvention unterzeichnet. Die Schweiz ist nicht unter ihnen. Ich bleibe dran – und ihr hoffentlich mit mir…

Dienstag, 23. Oktober 2012

Das verflixte dritte Jahr

Ihr Kind wird sich anders entwickeln als andere Kinder, anders als sein großer Bruder, hat man mir nach Lucas Geburt öfters gesagt. Anders? Langsamer - schöner gesagt, im eigenen Tempo  - aber so anders? 
Willkommen in der Trotzphase! - schöner gesagt, entwickeln der eigenen Persönlichkeit. Beim Lesen meiner Nachmittagskaffeepausenlektüre musste ich wieder einmal feststellen, dass Luca gar nicht so anders ist. 

Das verflixte dritte Jahr - Warum bloß sind Zweijährige so anstrengend?
Er lässt sich einfach für manche Dinge etwas mehr Zeit. Meine Geduld wird öfters auf die Probe gestellt, was mir eigentlich ganz gut tut. Wenn ich ihn wieder mal ganz ungeduldig tragen will - manchmal muss es halt schnell gehen - wehrt er sich lautstark mit Händen und Füssen. Helfen beim Zähneputzen? Fehlanzeige, auch das will er ganz alleine. Luca weiss sich mit einem stimmgewaltigen "Ääääääähhhhh!" und einem entsprechend wütenden Geschichtausdruck zu wehren, wenn Yannis ihm sein Lieblingsauto wegnehmen will. 

Auch die Prophezeiung vom immer happy, dauernd lächelnden Baby mit Down-Syndrom ist nicht eingetroffen. Luca hat seine Emotionen, stärker oder schwächer ausgeprägt, wie bei anderen Kindern auch. Manchmal wütend, manchmal traurig,

manchmal keine Lust auf Fotos

nachdenklich
 
fröhlich

und zufrieden. Das ist übrigens auch bei Erwachsenen Menschen mit Down-Syndrom so. Vielleicht sind manche eher zufrieden mit sich und der Umwelt aber sie haben genauso ihre vielfältigen Emotionen und Charakterzüge.
Luca kann so wunderbar kichern und dann laut herauslachen bis jeder von uns einfach nicht anders kann als sich anstecken zu lassen. Er kann beim Essen einen prima Schmollmund machen und das Essen,  welches er (ganz abhängig von seiner Tagesform) nicht mag, in hohem Bogen auf den Boden werfen. Ja, er trifft auch mal die Wand... und selten das Fenster.

Manchmal wünsche ich mir die ruhigeren Zeiten vor einigen Wochen zurück - aber nur für einen kurzen Moment - dann freue ich mich schon wieder daran, dass da ein kleiner Mensch mit einem starken Charakter und Willen heranwächst... und bald schon werde ich das Anstrengende dieses verflixten dritten Jahres (welches ja gar nicht so verflixt ist) vergessen haben und noch später vielleicht sogar wieder zurückwünschen...

Ganz in diesem Sinne:
Ein Kind betritt deine Wohnung
und macht in den folgenden 20 Jahren so viel Lärm,
dass du denkst, du wirst verrückt.
Dann geht das Kind weg und lässt das Haus so stumm zurück,
dass du denkst, du wirst verrückt.
John Andrew Holmes
Happy Tuesday!


 

Samstag, 2. Juni 2012

Es kommt immer anders als man denkt

Da gehen wir nicht hin!
sagte ich als Antwort auf eine Einladung, welche ich kürzlich zur "dreamnight at the zoo" bekam. Im Text zur Einladung hiess es: Immer am ersten Freitag im Juni sollen Kinder und Jugendliche, die infolge ihrer Krankheit oder Behinderung den Zoo nur schwerlich oder überhaupt nicht besuchen können, zusammen mit ihrer Familie einen unbeschwerten Abend im Zoo geniessen. 
Meine Meinung dazu war schnell gemacht. Wieso können nicht alle Kinder zu jeder Zeit in den Zoo? Warum müssen diese Kinder separat und getrennt von den anderen den Zoo besuchen? Warum wird es nicht allen Kindern möglich gemacht einen Zoo jederzeit zu besuchen auch wenn sie getragen oder durch den Park gefahren werden müssen? Nein, da gehen wir nicht hin, meine Meinung stand fest. Eine Freundin, welche ebenfalls eine Einladung für ihren Sohn bekommen hat, hat mich dann überredet, doch teilzunehmen. Sie sieht die Sache wohl etwas pragmatischer: Wenn du schon Gratistickets bekommst, dann geh doch einfach hin! Also habe ich aufgehört über das Wort behindert, über Integration und Separation zu philosophieren (man könnte jetzt noch über artgerechte Tierhaltung nachdenken - aber dann wird es definitiv zu kompliziert...) und so sassen wir am Freitagabend im Auto Richtung Zürich mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch, was uns da wohl erwarten wird. Am Eingang wurden wir schon sehr freundlich empfangen. Yannis bekam zu seiner grossen Freude eine Stempelkarte und durfte an einem Parcours durch den ganzen Zoo teilnehmen. Überall freundliche und strahlende Wärter und Helfer. 
Wir haben grosse(!) und kleine Schlangen gestreichelt. 
Die Schlange musste ich ohne Blitz fotografieren und meine Hand war nicht gerade ruhig.. aber es ist schon faszinierend wie das Tier um den Zoowärter gewickelt war, den hintersten Teil lässig in die Hosentasche gesteckt...  
 
Wir haben Leguane gekitzelt, wunderschöne Schildkröten aus nächster Nähe bewundert, lehrreiche Rätsel gelöst, Gorillas beim Schlafen in ihren selbstgemachten Betten zugeschaut und uns gefreut - gefreut ab der wunderschönen Stimmung an diesem Abend. 
Alles war so unbeschreiblich friedlich. Das lag nicht daran, dass etwas weniger Besucher als sonst dort waren es war etwas anderes. Zoomitarbeitende, freiwillige Helfer, Eltern, Kinder, alle haben sich gefreut und die Augen haben noch etwas mehr gestrahlt als sonst. Alle haben gelacht, gestaunt und waren mit dem Herzen bei der Sache. Das war überall spürbar. Irgendwie magisch.

Ob es die "dreamnight at the zoo" in diesem speziellen Rahmen braucht, weiss ich immer noch nicht aber ich habe für den Moment genug darüber nachgedacht und fand es einfach nur einen wunderschönen Abend. Perfekt wären 365 dreamdays at the zoo...

Auf der Heimfahrt habe ich zu Tom gesagt: Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.
Dahin gehen wir jetzt jedes Mal! 

Sonntag, 13. Mai 2012

finding beauty in the unexpected

Ich habe euch ja schon angekündigt, dass ich noch auf eine Buch warte, welches ich bestellt habe. Das Paket ist angekommen und darin das Buch von Kelle Hampton: bloom - finding beauty in the unexpected.

Kelle Hampton lebt mit ihren Kindern und ihrem Mann in Florida. Sie erzählt die Geschichte über das erste Jahr mit Nella. Nella ist Kelle’s Tochter und wurde mit dem Down-Syndrom geboren. Gleich nach der Geburt, als Kelle ihre Tochter das erste Mal sah, wusste sie augenblicklich, dass irgendetwas anders war. Nella sah anders aus als ihre zwei Jahre ältere Schwester Laney nach der Geburt… 
Das Buch ist eine Reise durch Nellas erstes Jahr - eine Reise auf der ihre Mutter lernt, dass es Perfektion in verschiedenen Schattierungen und Formen gibt. Es handelt vom Akzeptieren und davon, dass man im Unerwarteten ungeahnte Schönheit entdecken kann. Kelle schreibt über ihre Vergangenheit, ihre Familie und ihre Freunde und darüber, wie Nella ihr Leben verändert hat. 

 
"One of the most emotionally stirring books I’ve ever read" – Ree Drummond - liest sich direkt auf dem Cover des Buches. Tom findet das dann doch etwas übertrieben. Obwohl er das Buch ja noch gar nicht gelesen hat. Naja, ein wenig musste ich ihm schon recht geben. Ich war jedoch schon nach den ersten paar Seiten den Tränen nahe. Ich habe ein Kapitel begonnen, dann wurde es wieder so emotional, dass ich mich in ein anderes Kapitel gerettet habe. So ging es immer weiter, Seite um Seite. Es ist überhaupt nicht immer traurig, oft auch einfach schön und meistens voller Lebensfreude. Wahrscheinlich ist es deshalb so emotional, weil ein großer Teil davon auch unsere Geschichte ist. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mit der Diagnose Down-Syndrom konfrontiert wird. Ich weiß aber auch wie es sich anfühlt, wenn man diesen bestimmten Instinkt hat, dass am Ende alles gut ausgehen wird. 

Ich mag das Buch. Es ist alles einen Tick schriller, farbiger, lauter beschrieben. Amerikanisches "Gefühlskino" eben. An manchen Stellen im Buch musste ich schon schmunzeln. Wenn ich mir vorstelle, bei der Geburt meiner Kinder wären im Gebärsaal nebst meinem Mann gleich noch meine besten Freundinnen mit dabei gewesen, den Champagner schon kühl gestellt und die Gläser wartend in der Hand - alle ausgestattet mit Foto- und Filmkameras... Oder Kindergeburtstage - perfekt inszeniert, farblich abgestimmt und auf den Punkt durchorganisiert... (das würde ich nie schaffen).
Aber schlussendlich mag ich die offene, einfache und authentische Art wie Kelle ihre Geschichte mit viel, sehr viel Herz erzählt - und ich mag die kleine Nella. 

Manchmal muss man auch zwischen den Zeilen lesen. Eben: finding beauty in the unexpected. 

Dasselbe auch beim Buchcover. Wenn man den Papiereinband wegnimmt, erscheint ein wunderschönes Bild. Ich hab's erst gar nicht gesehen, Luca hat es entdeckt. Auch er hat schon den Blick für's Schöne.


Ich wünsche euch einen wundervollen, bloomigen Wochenstart!


Montag, 2. April 2012

Herzensangelegenheit

Tataaaaa! Hier sind sie also: Die fertigen Paper Balls. Während Luca mit seiner Heilpädagogin spielt, welche einmal in der Woche zu uns nach Hause kommt, kann ich schön in Ruhe die Bilder und den Text für diesen Post zusammenstellen. Im Hintergrund wird gelacht, geklatscht und gesungen und die Sonne scheint mir durch das grosse Fenster ins Gesicht (naja, die Scheiben sollten wohl dringend mal geputzt werden – aber das lasse ich an einem so schönen Tag wie heute sein) und ich bin einfach happy mit meiner Paper Ball-Aktion. 

Die sind doch einfach wunderschön geworden, oder?

 






 










Mit viel Liebe und Leidenschaft gemacht. Jede der Kugeln ein Unikat, keine genau gleich gross wie die Andere, alle in verschiedenen Farben und man sieht, dass sie von Menschenhand gemacht sind. Das ist gut so. Eine Herzensangelegenheit. Die Paper Balls versprühen Freude mit ihren schönen Farben und passen wunderbar zum Frühling. Und das Beste: es ist für einen guten Zweck. Wer noch bestellen möchte, kann sich hier (click) informieren. Es ist ganz einfach: Gewünschte Anzahl Paper Balls bei mir bestellen -  und die wunderschönen Kugeln kommen in einer hübschen Schachtel direkt zu euch nach Hause. Die 21 Euro, welche ihr direkt an die Organisation "Down Syndrome International" überweisen könnt, werden dort sehr sinnvoll eingesetzt und ihr habt etwas zu Hause, was mit einer schönen Geschichte verbunden ist. Wunderbar, nicht? Hach, ich freue mich gerade so über diese Sache. 

Hier noch ein paar Bilder vom Wochenende.

 


Ich wünsche euch einen wunderschönen, sonnigen Frühlingstag!

Mittwoch, 21. März 2012

Macht Lärm! - 21.3.

Heute ist Welt Down-Syndrom-Tag!
(… und der Geburtstag von Toms Bruder - Happy Birthday!!) 

Die Vereinten Nationen haben am 10. November 2011 den 21.3. offiziell zum Welt Down-Syndrom-Tag erklärt. Mit diesem Tag, wird ein wichtiger Beitrag geleistet, dass Menschen mit Down-Syndrom mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz erfahren und der Tag steht für das Erreichen von gleichen Rechten und für ein besseres Leben mit Down-Syndrom überall auf dieser Welt. 

Der 21.3. steht für 3 Kopien vom Chromosom 21, welches alle Menschen mit Down-Syndrom verbindet. Das ist das Wesentliche. Darüber hinaus gibt es unzählige Unterschiede und Facetten bei Menschen mit Down-Syndrom. Jeder hat seine Talente, Fähigkeiten, ist manchmal lustig, mal traurig, leidet an Krankheiten, ist kerngesund, hat Wünsche und Träume im Leben und findet in der Gesellschaft seinen Platz. Vorurteile und stereotype Meinungen erschweren ihr Leben und drängen sie ins gesellschaftliche Abseits. Luca möchte geliebt werden, mit Freunden spielen, an Geburtstagspartys eingeladen werden, zur Schule gehen, viel Lernen, vielleicht Fussball spielen(!), eine coole Frisur tragen, seine neuesten und trendigen Turnschuhe zeigen, sich verlieben, einen spannenden Beruf ausüben und glücklich sein.

Darum machen wir Lärm! Je mehr, desto besser.

Dass man uns überall hört.

Macht mit. Erzählt heute jemandem, dass Welt-Down-Syndrom-Tag ist. Ueberlegt euch, was ihr in eurem Umfeld; Familie, Geschäft, Freunden machen könnt, um einen Beitrag zu leisten für ein besseres Leben für Luca und die anderen 5 Millionen Menschen mit Down-Syndrom. 

Und hier kommt noch das Beste! Ihr bekommt einen dieser wunderbaren, dekorativen, handgemachten, trendigen Paperballs (Farbe könnt ihr bestimmen).Zum Aufhängen am Fenster, an der Türe, als Tischdeko, als Spielball,...

Verpackt in einer schönen Schachtel, geliefert zu euch nach Hause. Das alles für 21 Euro. Bestellen könnt ihr hier: email  
Der gesamte Betrag wird an die Organisation "Down Syndrome International" gespendet. Das Geld wird dort eingesetzt für Informationsmaterial, Forschungsprojekte, Fördermassnahmen und vieles mehr. Hier erfahrt ihr mehr.

It's your turn now. Make some noise!


(und bestellt Paperballs...)

Und jetzt wünsche ich von Herzen

happy world down syndrome day!
Cheers!




Donnerstag, 15. März 2012

Bruchteil einer Sekunde

Ich habe mir so viel vorgenommen für heute aber irgendwie hat der Tag zu wenig Stunden. Es ist schon fast wieder Mitternacht und ich habe nicht die Hälfte von dem geschafft, was ich mir vorgenommen habe. 

Ich wollte über einen Film schreiben, welchen ich kürzlich im Kino gesehen habe - "Intouchables". Habe Links und Kritiken im Internet gesucht. Filmkritiker meinen: "zu oberflächlich, nicht real, bedient sich zu vieler Klischees,...". Das wird mir dann zu so später Stunde doch zu kompliziert. Ich meine: sehenswert. Es gibt viel zu lachen, auch wenn einem das Lachen manchmal erst im Hals stecken bleibt. Wer Lust auf einen kurzen Trailer hat, clickt hier. (Leider auf deutsch aber mit den besseren Szenen).

Und diese kurze Geschichte schaffe ich auch noch, bevor mir die Augen zufallen:
Ich war neulich mit Luca in einem Kleidergeschäft. Während ich mich durch die vielen bunten Frühlingsfarben durchwühle, bemerke ich, wie uns eine Frau mit einem Kind dauernd verstohlen beobachtet. Ich schaue vorsichtshalber, ob ich nicht einen Fleck auf meiner Jacke habe. Fehlanzeige. Im nächsten Spiegel überprüfe ich meine Frisur, welche auch nicht so schlimm aussieht (naja - oder doch?...) Erst nach einigen Minuten fällt mir ein, dass sie ja vielleicht wegen Luca schaut. Gerade ertappt, wendet sie ihren Blick verlegen zur Seite. Für den Bruchteil einer Sekunde war mir wieder bewusst, dass es Leute gibt, für welche Luca anders aussieht - ach, da vorne hängt genau das grüne Shirt, welches ich gesucht habe. Den Kinderwagen mit Luca schiebe ich vor mir her und habe schon wieder anderes im Kopf. Erst zu Hause kommt mir die erlebte Situation nochmals in den Sinn. Wie oft vergesse ich, dass Luca das Down-Syndrom hat. Das heisst, nicht vergessen aber so sehr in den Hintergrund rücken, dass es unwichtig wird. Wunderbar - und wichtig in vielen Momenten. Ach ja - und einen Friseurtermin habe ich sicherheitshalber trotzdem vereinbart...

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und viel, viel zu lachen...




Donnerstag, 26. Januar 2012

Süsses und Saures

Süsses oder Saures? Nein, Süsses und Saures. Mein Leben besteht aus beidem. Saures mag ich nicht besonders. Gerade die letzten Tage hatten wir aber mehr vom Zweiten. Zum Beispiel hatte ich mit Menschen zu tun, welchen ich auf die eine oder andere Art ausgeliefert war. Ämter, Ärzte usw. Darunter Menschen, welche nicht so recht an Luca glauben. Besser gesagt an seine Talente, an sein Können, seine Möglichkeiten, an das, was ein Mensch mit Down-Syndrom erreichen kann. Bamm! Das hat gesessen. Da ich aber lieber „the sunny side of things“ sehe als Saures, hier was Kleines zum Lesen, Stöbern, Surfen. Schon scheint die Sonne wieder! Viel Spass!

Pablo Pineda. Er ist Schauspieler, Hauptdarsteller im Film „yo ,también“. Er ist Spanier, Akademiker und – fast hätte ich es vergessen – er ist wie Luca mit einem Extra-Chromosom ausgestattet; er hat das Down-Syndrom. (Hier geht’s zum Interview)

Tamara. Fotografiert von Conny Wenk (einer meiner Lieblingsblogs). Tamara ist ein Teenager und Model für einige Projekte von Conny Wenk (und sicherlich noch vieles mehr..). (Hier zum Buch „The girl with the freckles“) 

Meg. Ein ganz normaler Teenager. Tochter von Kim Ayres (auch einer meiner Lieblingsblogs). Der Text dazu ist zwar in Englisch aber durchaus lesenswert. (Bild eines selbstbewussten Mädchens mit typischer Teenager-Attitude ;-)

Jetzt zum Süssen. Wie ihr vielleicht wisst; ich kann nicht sonderlich gut backen. Darum bin ich immer dankbar um Dessertipps für die kein ausgewiesenes Backtalent erforderlich ist.
 
Von einer lieben Freundin habe ich das Rezept für ein Beerentiramisu bekommen. Himmlisch und süss!
 
Beerentiramisu
1/2kg Beeren (Himbeeren oder Brombeeren)
und
2 Esslöffel Zucker zusammen aufkochen und abkühlen lassen
15-20 Löffelbiskuits in einer Gratinform auslegen
abgekühlte Beeren über die Löffelbiskuits geben

300gr Rahmquark
250gr Mascarpone
120 gr Zucker
1 Pack Vanillezucker
alles gut zusammen verrühren

2,5dl Vollrahm steif schlagen und unter die Mascarpone-Quark-Masse ziehen
Die ganze Masse über die Löffelbiskuits und die Beeren verteilen
Alles mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen
Vor dem Servieren mit Schokoladepulver bestreuen

Et voilà!

Meine Jungs und ich lieben es.

Eine süsse Geschichte gibt es
indirekt auch dazu noch. Als ich meine liebe Tiramisu-Rezeptlieferantin danach fragte, ob eine gemeinsame Bekannte von uns wisse, dass Luca das Down-Syndrom habe, antwortete sie nur mit "keine Ahnung". Wenn sie von Luca erzähle, dann komme ihr eben nicht immer gleich das Down-Syndrom in den Sinn weil Luca so süss sei und es so viel anderes über ihn zu berichten gibt. 

Ich wünsche euch einen versüssten Tag!